Konzentration auf ländlichen Raum und Bildungsoffensive

Walter Kugler RT June 16, 2020

Die bisher übliche Vernachlässigung des ländlichen Raums müsse durch die gezielte Inklusion SME (small and middle enterprisesüberwunden (Kappel) und mit einer Bildungsoffensive verbunden werden (Langhammer)

Rolf Langhammer, bis 2012 der Afrika-Experte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (KfW), betont in seinem „Reformplan für Afrika“ vom April 2020 die Schlüsselfunktion des ländlichen Raums, flankiert von agrarwissenschaftlicher Bildungsinitiativen: Eine bessere Bildung in den Ländern würde „das Verständnis für die Notwendigkeit, neue Nutzungsrechte für den Boden zu schaffen und zu sichern. Dies wäre eine Grundlage dafür, die Erkenntnisse der Agrarwissenschaft für Produktivitätsverbesserungen afrikanischer Böden zu nutzen und natürlichen Herausforderungen wie Versteppung und Schädlingsbefall besser zu begegnen. Es entstünde eine Quelle für Einkommen und Unternehmertum im ländlichen Raum, die mit Hilfe der durchgreifenden Reformen gegen die Benachteiligung des ländlichen Raums in allen Politikfeldern verstetigt werden könnte. Der ländliche Raum könnte zur Grundlage innerafrikanischer Lieferketten werden und dabei die Informations- und Agglomerationsvorteile der urbanen Zentren nutzen“ (R. Langhammer, Ein Reformplan für Afrika, in: FAZ vom 30.04.2020, S. 18).

Robert Kappel, Birte Pfeiffer und Helmut Reisen zeigen auf, unter welchen Umständen langfristig angelegte ausländische Privatinvestitionen Innovationsschübe in Ländern mit attraktiven Geschäftsklima auslösen könnten. Ziel dabei sei eine strukturelle Transformation von Rohstoff-Exportökonomien zu sich industrialisierenden Ökonomien mit einem aussichtsreichen Konsumgütersektor für die wachsenden Mittelschichten. Dazu müssten allerdings die politischen Rahmenbedingungen stimmen – die beliebte Wunschformel aller Wirtschaftsberater!