Verbesserung der afrikanischen Arbeitsmöglichkeiten

Walter Kugler RT June 15, 2020

Eine Kernthese dieser Abhandlung besteht in der Annahme, dass für die afrikanische Jugend die Aussicht auf ein Arbeitsleben jenseits von Armut, Abhängigkeit und Perspektivlosigkeit hauptsächlich in Afrika, und nur zum kleinen Teil im Ausland und in der Diaspora, liegen kann, – wenigstens langfristig.

An diesem Fernziel sollte sich auch die Entwicklungshilfepolitik der OECD-Staaten sowie die Compact with Africa-Diplomatie orientieren, – wohl bedenkend, dass diese Grundeinstellung auch auf starken Wiederstand seitens der beharrenden Status-quo-Kräfte stoßen wird. Sechzig Jahre internationale Entwicklungszusammenarbeit – mit 135 Mrd. US $ jährlicher Hilfe aus OECD-Ländern (Gebauer & Trojanow 2018, S. 19) – hat vielerorts in Afrika das Bewusstsein für den Wert der Eigenleistung verkümmern lassen. Dagegen rebellieren nun frustrierte Jugendliche in Afrikas Städten und einige Repräsentanten der afrikanischen Kultureliten wie beispielsweise die afrikanischen Autoren und ‚Influencer‘ Moeletsi Mbeki, Ngugi wa Thiong’o, Wole Soyinka, Chimamanda Ngozi Adichie, Achielle Mbembe und Felwine Sarr. Die Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen auf breiter sozialer Basis in funktionierenden Demokratien kann als primäres Entwicklungsziel der Reformer angesehen werden.