Eine nachhaltige Entwicklungsstrategie sollte aus einer je spezifischen Kombination von drei Entwicklungskomponenten bestehen – bei Priorität für Steigerung der Agrarproduktivität: Die notwendige Agrarmodernisierung, inklusive Bodenbesitzreform, könnte die Basis für industriell verarbeitete Rohstoffe (Agro-Industrien) liefern, was mit sozial breit angelegten Investitionen in ‚human capital‘, d. h. in Bildung und Gesundheit, einschließlich Familienplanung, verbunden werden müsste (inklusives Entwicklungs-Konzept).
Die Vorrangigkeit der Eigenversorgung der Bevölkerung mit lokal produzierten Lebensmitteln – beschleunigt durch die Corona-Pandemie – lässt die Notwendigkeit einer Bodenrechtsreform (Abschaffung des Staatsbesitzmonopols) sowie des Ausbaus marktkonformer Infrastruktur-Investitionen (Straßenbau, Energieversorgung, Markthallen, Kreditsystemen) als vernünftig erscheinen. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (BIBE) hat in seiner Studie „Nahrung, Jobs und Nachhaltigkeit. Was Afrikas Landwirtschaft leisten muss“ (Berlin 2018) aufgezeigt, wie Methoden der ‚Grünen Revolution‘ und der sustainable intensification (nachhaltige Intensivierung) dazu beitragen können, einen produktiven Agrarsektor zum Entwicklungsmotor zu machen (was auch der historischen Erfahrung in Westeuropa entspricht).
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch die African Development Bank (AfDB), deren Chief-Ökonom Célestin Monga zu bedenken gab: „Automatisierung und Modernisierung der Landwirtschaft“ mit bisher sehr niedriger Produktivität „könnten die Landwirtschaft transformieren und neue Berufe schaffen. Daher müssten Erwerbschancen jenseits der Felder entstehen – beispielsweise in der Verarbeitung von Agrarerzeugnissen oder in der Zulieferung für Bauernhöfe“. Nur so könnten 12 bis 15 Millionen neue Jobs geschaffen werden, die heute dringend gebraucht würden: Denn etwa zwei Drittel der afrikanischen Erwerbsfähigen seien arbeitslos oder nicht ihrer Qualifikation entsprechend beschäftigt (C. Monga, An African Manifesto der AfDB 2019, zit. in E &Z, Heft 03-04/2020, S. 25).

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